Ferienwelt Winterberg

Auf dem Weg zur ersten klimaneutralen Wintersport-Region

Seit mehreren Jahren schon arbeitet die Ferienwelt Winterberg aktiv daran, die Region zur ersten klimaneutralen Wintersportregion Europas zu entwickeln. Energiesparen lautet darum das oberste Ziel auch vor dem Hintergrund immer knapper werdender Ressourcen. Einen Meilenstein dazu haben die Verantwortlichen bereits 2009 gelegt: Eine Photovoltaikanlage produziert Strom, den die Beschneiungsanlagen zur Schnee-Erzeugung benötigen.
In der Winterberger Remmeswiese steht die 5.000 Quadratmeter große Anlage. Das ganze Jahr über erzeugt sie Strom aus Sonnenenergie und speist ihn ins Netz ein. In etwa so viel, wie die Skigebiete im Winter für die Schnee-Produktion benötigen. Absolut klimaneutral, ohne die Umwelt über Gebühr zu belasten. Eine Million Euro haben die Betreiber sich die Maßnahme kosten lassen. Sie war die Erste ihrer Art im Sauerland und landesweit die erste, durch rein privates Kapital getragene Photovoltaikanlage in dieser Größenordnung.

Die Förderung von Öffentlichem Personennahverkehr, um in den privaten Pkw-Verkehr zu reduzieren, ist eine weitere Maßnahme, Energie zu sparen. Nach dem Vorbild der alpinen Skiregionen haben die Touristiker einen Skibus eingesetzt. Der Astenexpress pendelt zwischen Kernstadt, Bahnhof und den Winterberger Höhendörfern. So haben Skifans die Möglichkeit, die verschiedenen Skigebiete zu besuchen und dabei die Umwelt zu schonen.

In Arbeit ist zurzeit auch das Projekt Klimaberg Kahler Asten. Ziel ist, den Kahlen Asten für den motorisierten Individualverkehr zu sperren. Ein ganzjährig geöffnetes Klima-Science-Center soll als wetterunabhängige Besucherattraktion anstelle des bisherigen Gipfelparkplatzes entstehen. Alternativ zur Straßennutzung soll ein innovatives, energiesparendes und klimaneutrales Transportsystem zum Gipfel führen, das mit nur minimalen Eingriffen in das sensible Ökosystem des Bergs eine Vernetzung der Skigebiete im Umfeld herstellt. So soll sich das Verkehrsaufkommen weiter reduzieren. Das Projekt hat im Zuge der REGIONALE 2013 den ersten Stern erhalten, als Auszeichnung für eine besonders innovative Idee und muss nun noch ein mehrstufiges Zertifizierungsverfahren durchlaufen.

Schneemanagement, Photovoltaik und Hightech lassen Energiebedarf sinken

Schnee ist ein wertvoller Rohstoff. Weißes Gold für hochgradige Pistengaudi. Wer heute professionell auf wirtschaftlicher Basis Wintersport anbieten möchte, muss ein regelrechtes Schneemanagement betreiben. In der führenden Wintersport-Region nördlich der Alpen fängt das bei der Schnee-Produktion an und hört bei der Pistenpflege noch lange nicht auf.

Dazu haben die Liftbetreiber der Ferienwelt Winterberg in allen großen Skigebieten leistungsstarke Beschneiungsanlagen installiert. Schnee-Erzeuger sind heute computergesteuerte Hightech-Maschinen, die Schnee fast genau so produzieren, wie die Natur es macht. Feine Düsen zerstäuben klares, reines Bergquellwasser in winzige Wassertröpfchen. Starke Ventilatoren blasen sie zehn bis 20 Meter weit über die Piste, sodass sie an der kalten Luft gefrieren und als Schneekristalle zu Boden rieseln. Dabei ergeben sich viele Möglichkeiten der Energieersparnis.

Je weiter das Thermometer und die Null-Grad-Grenze sinken, je kälter das Wasser und je geringer die Luftfeuchtigkeit sind, desto besser ist die Schneequalität und –menge. Auch auf den Wind gilt es bei der Schneeproduktion zu beachten, sonst bläst er das wertvolle Pulver einfach von der Piste in den Wald hinein.

Wo früher noch Temperaturen von minus fünf Grad notwendig waren, um Schnee zu produzieren, zaubern Schnee-Erzeuger heute schon ab Minus zwei Grad und weniger feine weiße Kristalle auf die Pisten, sogar mit weniger Energieaufwand. Und die Entwicklung bleibt nicht stehen. Jahr für Jahr investieren die Betreiber von Skigebieten in neue, moderne Schnee-Erzeuger, um so energiesparend wie möglich Wintersport auf hohem Niveau anbieten zu können.

Ob selbst produziert oder frisch gefallen ist gleich, Schnee muss erst einmal ruhen, bevor die Pistenwalzen ihn bearbeiten. Sonst ist die Schneedecke nicht widerstandsfähig genug und hält den Beanspruchungen durch Skifahrer, Temperatur- und Wettereinfluss nicht optimal stand. Viel Know-how, noch mehr Erfahrung und ein perfektes Zusammenspiel von Schneemeister und Pistenraupenfahrer sind notwendig, um die beste Qualität und Haltbarkeit herzustellen.

Jede Nacht walzen die Geräte das, was die Skifahrer tagsüber talwärts befördern, wieder gleichmäßig den Hang hinauf. Eine leistungsstarke Fräse greift bis zu zehn Zentimeter tief in den Schnee und verwandelt selbst vereiste Flächen wieder ein feines Pulver. Am Ende drücken Platten alles wieder an, damit eine schöne, griffige, widerstandsfähige Piste entsteht. Geschwindigkeit, Frästiefe und Anpressdruck müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein.

Eine ganze Flotte dieser Hochleistungsmaschinen ist in den Abendstunden unterwegs. Denn nach dem Präparieren müssen die Pisten wieder einige Zeit ruhen, um sich zu verfestigen, bevor die Skifahrer sie am Morgen bevölkern dürfen.

Zum effektiven Umgang mit Schnee gehört auch eine entsprechende Vorarbeit. Die Sommerbewirtschaftung der Pisten spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie schnell die Liftbetreiber ihren Gästen eine gut präparierte Schneedecke bieten können. Ebenmäßige Wiesen ohne Mulden oder Fahrrinnen sind notwendig, um bereits bei wenig Schnee eine durchgehend gut befahrbare Fläche herstellen zu können.

All dies gehört zur ressourcenschonenden Schneeproduktion, die die Liftbetreiber in der Ferienwelt Winterberg betreiben. Auf diese Weise setzen sie nur so viel Wasser und Energie ein, wie notwendig ist.

Bobbahn Winterberg: Energieeinsparungen dank umfangreicher Investitionen

Nach drei Monaten Bauzeit und rund 2,5 Millionen Euro Investitionen ist die Bobbahn Winterberg-Hochsauerland im Herbst 2010 sozusagen eine neue „Eiszeit“ gestartet.
Fahrsicherheit und Präzision sollen nach Profilierungsarbeiten an der Betonschicht deutlich steigen, sondern auch der Energieverbrauch sinken.

Die über 30 Jahre alte Kühltechnik wurde ausgetauscht gegen eine neue, leistungsstarke Technik. Neue Verdichter, eine moderne Mess-, Steuer- und Regelanlage sorgen für effiziente Arbeitsabläufe und minimieren zudem den Energieverbrauch.

Umfangreiche Bau- und Installationsarbeiten sowie hochkomplizierte Software-Abstimmungen waren seitens Ingenieurbüro und Fachfirmen erforderlich, um die neue computergestützte Steuerung mit der neuen Kühlanlage kompatibel zu machen. Darüber hinaus ist in die Erweiterung der Witterungsschutzüberdachungen investiert worden, was ebenfalls der Energie-Einsparung dient.

Weiterhin haben die Verantwortlichen die Optimierung des Betonkörpers und in den Wegebau in Angriff genommen. Auf komplett asphaltierten Wegen entlang der Bahn können sich die Zuschauer noch besser einen Einblick vom sportlichen Geschehen an der Rennstrecke verschaffen.

Mit den aktuellen Baumaßnahmen unterstreicht die Bobbahn Winterberg Hochsauerland abermals den Anspruch, eine der modernsten Bahnen weltweit zu sein.